B LEXIKON

Blindbohrung

Eine Bohrung, die das Werkstück nicht vollständig durchdringt.

Definition

Eine Blindbohrung (auch Sacklochbohrung) ist eine Bohrung, die nicht durch das gesamte Werkstück geht. Sie hat einen definierten Boden, häufig mit einem kegelförmigen Abschluss aufgrund der Bohrerspitze. Die programmierte Tiefe bezieht sich dabei auf die zylindrische Tiefe ohne Spitze.

Detaillierte Erklärung

Bei der CNC-Programmierung muss die Gesamttiefe inkl. Bohrerspitze berücksichtigt werden. Bei einem 118°-Standardbohrer beträgt die Spitzentiefe ca. 0,3 × d. Bei Gewinde-Blindbohrungen ist zusätzlich der Gewindeauslauf (ca. 2–3 Gewindegänge) einzukalkulieren.

Arten & Varianten

Zylindrische Blindbohrung

Standard-Sackloch mit Bohrerspitzenkegel am Boden.

Flachgrund-Blindbohrung

Mit Flachbohrer oder Fräser hergestellt für flachen Boden.

Gewinde-Blindbohrung

Sackloch mit anschließendem Gewindeschneiden, inklusive Gewindeauslauf.

Formel

Gesamttiefe = zylindrische Tiefe + Spitzentiefe (d/2 × tan(90° - Spitzenwinkel/2))

Normen & Standards

§
DIN 76

Gewindeausläufe und Gewindefreistiche — relevant für Gewinde-Blindbohrungen.

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Spitzentiefe eines Bohrers?
Spitzentiefe = (d / 2) × tan(90° - Spitzenwinkel/2). Bei einem 118°-Bohrer mit Ø 10: 10/2 × tan(31°) ≈ 3,0 mm.

Relevante Werkzeuge