F LEXIKON

Freifläche

Die dem Werkstück zugewandte Fläche des Schneidkeils, die Kontakt mit der bearbeiteten Oberfläche hat.

Definition

Die Freifläche ist die Werkzeugfläche, die der geschnittenen Werkstückoberfläche zugewandt ist. Zwischen Freifläche und Werkstück besteht der Freiwinkel α, der die Reibung minimiert. Freiflächenverschleiß (VB) ist das wichtigste Standzeit-Kriterium — er wird an der Verschleißmarkenbreite gemessen.

Detaillierte Erklärung

Der Freiwinkel α liegt typisch zwischen 5° und 15°. Ein größerer Freiwinkel reduziert die Reibung, schwächt aber die Schneidkante. Bei der Hartbearbeitung (> 45 HRC) werden daher kleine Freiwinkel (5–7°) mit negativen Spanwinkeln kombiniert.

Der Freiflächenverschleiß VB wird nach ISO 3685 gemessen: VB = 0,3 mm gilt als allgemeines Standzeitende, VB = 0,2 mm für Schlichtbearbeitungen. Die Verschleißmarke ist visuell als glänzender Streifen auf der Freifläche erkennbar.

Arten & Varianten

Hauptfreifläche

An der Hauptschneide, verantwortlich für den primären Materialabtrag.

Nebenfreifläche

An der Nebenschneide, beeinflusst die Oberflächenqualität.

Formel

Verschleißkriterium: VB_max = 0.3 mm (allgemein) oder VB_max = 0.2 mm (Schlichten) nach ISO 3685

Normen & Standards

§
DIN 6581

Begriffe der Schneidentechnologie — Geometrie am Schneidkeil.

§
ISO 3685

Standzeitprüfung für Einpunkt-Drehwerkzeuge — definiert VB-Verschleißkriterium.

Häufige Fragen

Wann muss ein Werkzeug gewechselt werden?
Wenn der Freiflächenverschleiß VB die Grenzwerte überschreitet: 0,3 mm allgemein, 0,2 mm beim Schlichten (nach ISO 3685).

Relevante Werkzeuge