Definition
Die Toleranz definiert den erlaubten Unterschied zwischen dem größten und kleinsten zulässigen Maß eines Werkstücks. Im ISO-System (DIN ISO 286) werden Toleranzklassen durch einen Buchstaben (Lage) und eine Zahl (Größe) angegeben, z.B. H7, h6, js5. Engere Toleranzen erfordern aufwendigere (und teurere) Fertigung.
Detaillierte Erklärung
Das ISO-Toleranzsystem nach DIN ISO 286 definiert 20 Grundtoleranzgrade (IT01, IT0, IT1–IT18). IT7 entspricht einer Toleranz von 21 µm bei Ø 50 mm — dies ist die Standard-Passungstoleranz für Bohrungen. Die Qualitäten IT5–IT7 sind typisch für CNC-gefertigte Funktionsflächen.
Passungssystem: Eine Passung entsteht durch die Kombination von Bohrung und Welle. H7/h6 (Spielpassung), H7/k6 (Übergangspassung), H7/p6 (Presspassung). Die Einheitsbohrung (H) ist wirtschaftlicher, da nur Wellenmaße angepasst werden müssen.
Kostenregel: Jede Verbesserung um eine IT-Stufe verdoppelt ungefähr die Fertigungskosten. IT12 (Schruppfräsen) vs. IT7 (Schlichtfräsen) vs. IT5 (Schleifen) zeigt den exponentiellen Kostenanstieg.
Arten & Varianten
Maßtoleranz
Zulässige Abweichung von einem Nennmaß (z.B. Ø 50 H7 = +0 / +0,025 mm).
Formtoleranz
Zulässige Abweichung der geometrischen Form (Rundheit, Ebenheit, Zylindrizität).
Lagetoleranz
Zulässige Abweichung der Position relativ zu einem Bezugselement (Parallelität, Rechtwinkligkeit).
Formel
Normen & Standards
ISO-Toleranzsystem — Grundlagen, Toleranzen und Grenzabmaße.
Allgemeintoleranzen — für Maße ohne individuelle Toleranzangabe.
Geometrische Produktspezifikation — Form- und Lagetoleranzen.