G LEXIKON

Gegenlauffräsen

Fräsverfahren, bei dem Schnitt- und Vorschubrichtung am Eintrittspunkt gegenläufig sind.

Definition

Beim Gegenlauffräsen (Conventional Milling) bewegen sich Werkzeug und Werkstück am Eingriffspunkt in entgegengesetzte Richtung. Die Spanungsdicke ist beim Eintritt null und nimmt zum Maximum hin zu. Dies erzeugt eine reibende Eintrittsphase, die zu höherem Verschleiß und schlechterer Oberfläche führt.

Detaillierte Erklärung

Das Gegenlauffräsen war vor der CNC-Ära das Standardverfahren, da konventionelle Maschinen Spiel in den Vorschubspindeln hatten. Die Schnittkraft drückt das Werkstück vom Fräser weg, was das Spiel kompensiert.

Heute wird Gegenlauffräsen nur noch in Sonderfällen eingesetzt: bei Maschinen mit Spiel, beim Schruppen von Gusshaut (harte, abrasive Randzone), oder bei stark schwankenden Aufmaßen.

Arten & Varianten

Konventionelles Umfangsfräsen

Nur sinnvoll bei Maschinen mit Spiel in den Führungen/Spindeln.

Normen & Standards

§
DIN 8589-3

Fertigungsverfahren Spanen — Fräsen: Einordnung und Unterteilung.

Häufige Fragen

Wann sollte man Gegenlauffräsen verwenden?
Bei älteren Maschinen ohne Spielausgleich, beim Schruppen von Gusshaut oder wenn stark schwankende Aufmaße vorliegen.

Relevante Werkzeuge