S LEXIKON

Schneide

Die Schnittkante am Werkzeug, an der die eigentliche Materialtrennung stattfindet.

Definition

Die Schneide ist die Kante am Zerspanungswerkzeug, an der Spanfläche und Freifläche zusammentreffen. Sie ist der Bereich, an dem die eigentliche Materialtrennung stattfindet. Die Schneidengeometrie (Winkel, Rundung, Fase) bestimmt Schnittkraft, Oberflächenqualität und Standzeit maßgeblich.

Detaillierte Erklärung

Man unterscheidet Hauptschneide (verantwortlich für den primären Materialabtrag) und Nebenschneide (bestimmt die Oberflächenqualität). Der Übergang zwischen beiden wird als Schneidenecke bezeichnet — ihr Radius rε beeinflusst direkt die erreichbare Rauheit.

Schneidkantenpräparation: Scharfe Kanten sind instabil, gerundete Kanten (Kantenverrundung 5–30 µm) verlängern die Standzeit um bis zu 300%. Bei Hartbearbeitung werden oft negative Fasen (Chamfer, 0,1–0,2 mm × 20°) eingesetzt, um die Schneidkantenstabilität zu maximieren.

Arten & Varianten

Hauptschneide

Primäre Schneidkante für den Materialabtrag.

Nebenschneide

Beeinflusst die Werkstückoberfläche — Qualität hängt vom Einstellwinkel ab.

Wiper-Schneide

Speziell geformte Nebenschneide für hervorragende Oberflächenqualität bei hohem Vorschub.

Normen & Standards

§
DIN 6581

Begriffe der Schneidentechnologie — Schneidengeometrie und Winkel.

§
ISO 3002

Geometrische Produktspezifikation — Grundbegriffe für Schneidkeile.

Häufige Fragen

Was ist Schneidkantenpräparation?
Gezieltes Verrunden oder Anfasen der Schneidkante (5–30 µm Radius), um die Stabilität zu erhöhen und die Standzeit um bis zu 300% zu verbessern.
Wie viele Schneiden hat ein Fräser?
Typisch 2–6. Weniger Schneiden = mehr Spanraum (für Alu, Kunststoff), mehr Schneiden = höherer Vorschub vf (für Stahl, Schlichten).

Relevante Werkzeuge