Definition
Die Schneide ist die Kante am Zerspanungswerkzeug, an der Spanfläche und Freifläche zusammentreffen. Sie ist der Bereich, an dem die eigentliche Materialtrennung stattfindet. Die Schneidengeometrie (Winkel, Rundung, Fase) bestimmt Schnittkraft, Oberflächenqualität und Standzeit maßgeblich.
Detaillierte Erklärung
Man unterscheidet Hauptschneide (verantwortlich für den primären Materialabtrag) und Nebenschneide (bestimmt die Oberflächenqualität). Der Übergang zwischen beiden wird als Schneidenecke bezeichnet — ihr Radius rε beeinflusst direkt die erreichbare Rauheit.
Schneidkantenpräparation: Scharfe Kanten sind instabil, gerundete Kanten (Kantenverrundung 5–30 µm) verlängern die Standzeit um bis zu 300%. Bei Hartbearbeitung werden oft negative Fasen (Chamfer, 0,1–0,2 mm × 20°) eingesetzt, um die Schneidkantenstabilität zu maximieren.
Arten & Varianten
Hauptschneide
Primäre Schneidkante für den Materialabtrag.
Nebenschneide
Beeinflusst die Werkstückoberfläche — Qualität hängt vom Einstellwinkel ab.
Wiper-Schneide
Speziell geformte Nebenschneide für hervorragende Oberflächenqualität bei hohem Vorschub.
Normen & Standards
Begriffe der Schneidentechnologie — Schneidengeometrie und Winkel.
Geometrische Produktspezifikation — Grundbegriffe für Schneidkeile.