B LEXIKON

Bahngeschwindigkeit

Die resultierende Geschwindigkeit des Werkzeugs entlang der programmierten Bahn.

Definition

Die Bahngeschwindigkeit ist die Geschwindigkeit, mit der sich das Werkzeug entlang der programmierten Kontur bewegt. Sie ergibt sich aus der vektoriellen Überlagerung der einzelnen Achsgeschwindigkeiten und wird in mm/min angegeben.

Detaillierte Erklärung

Die Bahngeschwindigkeit ist nicht identisch mit dem Vorschub (F-Wert im NC-Programm). Der F-Wert definiert die gewünschte Bahngeschwindigkeit, die tatsächliche kann jedoch durch Achsbegrenzungen, Beschleunigungs- und Bremsrampen oder den Look-Ahead-Algorithmus davon abweichen.

Besonders an Ecken und scharfen Konturübergängen muss die Steuerung die Bahngeschwindigkeit reduzieren, um die programmierten Genauigkeiten einzuhalten. Moderne Steuerungen bieten dafür Toleranzbänder (z.B. CYCLE832 bei Siemens), die einen Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Genauigkeit ermöglichen.

Arten & Varianten

Konstante Bahngeschwindigkeit

Die Steuerung passt die Einzelachsen an, um eine konstante Bahngeschwindigkeit zu halten (G64).

Exakter Halt

Die Steuerung stoppt an jedem Programmpunkt exakt (G61), die Bahngeschwindigkeit erreicht dabei Null.

Formel

v_Bahn = √(vx² + vy² + vz²)

Normen & Standards

§
DIN 6580

Begriffe der Zerspantechnik — Bewegungen, Geometrie des Zerspanungsvorganges.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Bahngeschwindigkeit und Vorschub?
Der Vorschub (F-Wert) ist der Sollwert im NC-Programm. Die tatsächliche Bahngeschwindigkeit kann durch Maschinenlimitierungen davon abweichen.

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