G LEXIKON

Gleichlauffräsen

Fräsverfahren, bei dem Schnitt- und Vorschubrichtung am Eintrittspunkt gleichsinnig sind.

Definition

Beim Gleichlauffräsen (Climb Milling) bewegen sich Werkzeug und Werkstück am Eingriffspunkt in die gleiche Richtung. Die Spanungsdicke ist beim Eintritt maximal und nimmt zum Austritt hin ab. Dies ist der Standard bei CNC-Maschinen mit spielfreien Kugelgewindespindeln.

Detaillierte Erklärung

Das Gleichlauffräsen bietet gegenüber dem Gegenlauffräsen entscheidende Vorteile: bessere Oberflächenqualität, bis zu 40% höhere Werkzeugstandzeit, geringere Schnittkräfte und reduzierte Ratterschwingungen. Der Grund: Der Span wird sauber von dick nach dünn geschnitten statt gerieben.

Voraussetzung ist eine spielfreie Maschinenmechanik (Kugelgewindespindel), da die Schnittkraft das Werkstück in den Fräser zieht. Bei CNC-Maschinen ist dies standardmäßig gegeben.

Arten & Varianten

Gleichlauf-Umfangsfräsen

Standard — bessere Oberfläche, geringerer Verschleiß, weniger Rattern.

Gleichlauf-Stirnfräsen

Beim Planfräsen dominiert die Eingriffsgeometrie die effektive Schnittrichtung.

Normen & Standards

§
DIN 8589-3

Fertigungsverfahren Spanen — Fräsen: Einordnung und Unterteilung.

Häufige Fragen

Warum ist Gleichlauffräsen besser als Gegenlauffräsen?
Sauberer Schneideneintritt (dick→dünn), weniger Reibung und Hitze, bessere Oberfläche und bis zu 40% längere Standzeit.
Warum kann Gleichlauffräsen nicht auf allen Maschinen verwendet werden?
Die Schnittkraft zieht das Werkstück in den Fräser. Maschinen mit Spiel können dann ruckartig "einziehen", was zu Werkzeugbruch führen kann.

Relevante Werkzeuge