C LEXIKON 3× zitiert ✓ Geprüft März 2026

CAM (Computer Aided Manufacturing)

Software zur automatisierten Erzeugung von CNC-Werkzeugbahnen aus 3D-CAD-Modellen.

Definition

CAM (Computer Aided Manufacturing) ist die softwaregestützte Erstellung von NC-Programmen. Das CAM-System berechnet aus einem 3D-CAD-Modell die Werkzeugbahnen, simuliert die Bearbeitung auf Kollisionen und erzeugt über einen Postprozessor den maschinenspezifischen G-Code.

Detaillierte Erklärung

Der CAM-Workflow: 1. CAD-Modell importieren, 2. Spannlage und Rohteildefinition, 3. Bearbeitungsoperationen definieren (Schruppen, Restmaterial, Schlichten), 4. Werkzeuge und Schnittdaten auswählen, 5. Simulation und Kollisionsprüfung, 6. Postprozessor-Ausgabe als G-Code.

Führende CAM-Systeme 2026: Siemens NX (Highend, Luft- und Raumfahrt), Mastercam (Marktführer in Nordamerika), Hypermill (stark bei 5-Achs), Fusion 360 (Cloud-basiert, KMU), SolidCAM/iMachining (integriert in SolidWorks). Die Wahl hängt von Maschinenpark, Teileomplexität und Budget ab.

Arten & Varianten

2,5D-CAM

Für Prismenteile: Taschen, Bohrbilder, Konturen. Einfach und schnell.

3-Achs-CAM

Freiformflächen mit festem Werkzeugwinkel. Standard für Formenbau-Schruppen.

5-Achs-CAM

Simultane 5-Achs-Werkzeugbahnen für komplexe Freiformflächen und Hinterschnitte.

Normen & Standards

§
ISO 14649 (STEP-NC)

Standardisierter Datenaustausch zwischen CAM und CNC-Steuerung.

Häufige Fragen

Braucht man CAM oder reicht G-Code von Hand?
Für einfache 2D-Teile reicht manuelle Programmierung. Ab 3D-Freiformflächen, 5-Achs-Bearbeitung oder komplexen Taschen ist CAM unverzichtbar — die Werkzeugbahnen sind manuell nicht berechenbar.
Was kostet ein CAM-System?
Von kostenlos (FreeCAD/CAM) über 5.000–15.000 € (Mastercam, Hypermill Basic) bis 30.000+ € (Siemens NX). Cloud-basierte Lösungen wie Fusion 360 ab ca. 500 €/Jahr.

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