D LEXIKON ✓ Geprüft März 2026

Drehmoment

Das an der Spindel verfügbare Drehmoment, das die maximale Schnittkraft bestimmt.

Definition

Das Drehmoment M (in Nm) ist die Kraft, die die Maschinenspindel auf das Werkzeug oder Werkstück übertragen kann. Es bestimmt die maximale Schnitttiefe und Vorschubkraft. Bei niedrigen Drehzahlen ist das Drehmoment der limitierende Faktor (Schruppen), bei hohen Drehzahlen die Leistung.

Detaillierte Erklärung

Die Beziehung zwischen Leistung, Drehmoment und Drehzahl: P = M × 2π × n / 60.000. Ein Bearbeitungszentrum mit 15 kW Spindelleistung liefert bei 1000 U/min 143 Nm, bei 10.000 U/min nur noch 14,3 Nm. Deshalb eignen sich HSC-Spindeln (hohes n, wenig M) für Aluminium, aber nicht für Stahlschruppen.

Die Drehmoment-Kennlinie zeigt zwei Bereiche: Konstantmoment-Bereich (niedrige Drehzahlen, M = const.) und Konstantleistungs-Bereich (hohe Drehzahlen, M sinkt mit 1/n). Der Übergang liegt bei der Eckdrehzahl. Für Schruppen muss die Maschine im Konstantmoment-Bereich arbeiten.

Arten & Varianten

Spindeldrehmoment

Direkt an der Spindel verfügbar. Bestimmt die maximale Zerspanleistung.

Vorschub-Drehmoment

Am Vorschubantrieb (Kugelgewindespindel). Begrenzt Vorschubkraft und Beschleunigung.

Formel

M = (P × 60.000) / (2π × n) = (Fc × d) / (2 × 1000)

Normen & Standards

§
DIN 6584

Kräfte, Energie, Arbeit, Leistungen — Zusammenhang Drehmoment und Schnittkraft.

Häufige Fragen

Warum sinkt das Drehmoment bei hohen Drehzahlen?
Weil die Leistung P begrenzt ist: M = P / (2π × n). Doppelte Drehzahl = halbes Drehmoment bei gleicher Leistung.

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