Definition
Eine Koordinatenmessmaschine (KMM, CMM) ist ein 3D-Messgerät, das die Koordinaten von Messpunkten auf Werkstückoberflächen erfasst. Aus den Messpunkten werden geometrische Elemente (Ebenen, Zylinder, Kugeln) berechnet und mit den Zeichnungstoleranzen verglichen. KMMs sind der Goldstandard für die Qualitätssicherung in der CNC-Fertigung.
Detaillierte Erklärung
Taktile KMMs mit Renishaw- oder Zeiss-Tastköpfen erreichen Messgenauigkeiten von 1–3 µm. Scanning-Tastköpfe können Freiformflächen mit bis zu 200 Punkten/Sekunde abtasten. Optische Sensoren (Laser, Weißlicht) messen berührungslos und eignen sich für empfindliche oder elastische Teile.
In-Prozess-Messung: Moderne CNC-Maschinen mit Werkstück-Messtaster (z.B. Renishaw OMP) können Schlüsselmaße direkt in der Maschine prüfen und automatisch Korrekturen vornehmen. Dies ersetzt nicht die KMM-Endkontrolle, reduziert aber Ausschuss auf nahezu Null.
Arten & Varianten
Portal-KMM
Höchste Genauigkeit (1–2 µm). Klimatisierter Messraum erforderlich.
Gelenk-Messarm
Portabel, flexibel. Genauigkeit 20–50 µm. Für Werkstatt und Montage.
3D-Scanner
Optisch/Laser, Freiformflächen-Digitalisierung. Für Reverse Engineering und Soll-Ist-Vergleich.
Normen & Standards
Genauigkeit von Koordinatenmessgeräten — MPEE-Kennwerte.
Koordinatenmessgeräte — Annahmeprüfung und Bestätigungsprüfung.