P LEXIKON ✓ Geprüft März 2026

PKD (Polykristalliner Diamant)

Härtester Schneidstoff für NE-Metalle, Kunststoffe, Faserverbundwerkstoffe und Graphit.

Definition

PKD (Polykristalliner Diamant, PCD) ist der härteste verfügbare Schneidstoff (bis 8000 HV). PKD-Werkzeuge werden für die Bearbeitung von Aluminium, Kupfer, Faserverbundwerkstoffen (CFK/GFK), Graphit und abrasiven Kunststoffen eingesetzt. PKD ist NICHT für die Eisenbearbeitung geeignet (Kohlenstoffdiffusion > 600°C).

Detaillierte Erklärung

PKD-Schneiden werden auf Hartmetall-Substrat gelötet und anschließend geschliffen. Die extrem harten, polierten Schneidkanten verhindern Aufbauschneidenbildung bei Aluminium und ermöglichen Schnittgeschwindigkeiten von vc > 1000 m/min. PKD-Standzeiten sind bei Aluminium 10–50× länger als bei Hartmetall.

Einsatzgrenzen: PKD darf nicht bei Stahl, Gusseisen oder Titan eingesetzt werden — bei Temperaturen > 600°C diffundiert der Kohlenstoff in den Eisenwerkstoff. Für diese Werkstoffe: CBN oder beschichtetes Hartmetall verwenden.

Arten & Varianten

PKD-Wendeschneidplatte

Gelötete PKD-Spitze auf HM-Substrat. Standard für Drehen und Fräsen von Aluminium.

PKD-Fräser (Vollbestückt)

Mehrere PKD-Schneiden für Hochleistungs-Aluminiumbearbeitung.

CVD-Diamant

Dünne Diamantschicht auf HM-Körper. Für abrasive Werkstoffe (GFK, Graphit).

Normen & Standards

§
ISO 513

Anwendungsgruppe N (NE-Metalle) — PKD als bevorzugter Schneidstoff.

Häufige Fragen

Warum kein PKD bei Stahl?
Diamant besteht aus Kohlenstoff. Ab ca. 600°C diffundiert der Kohlenstoff in den Eisenwerkstoff — das PKD löst sich auf. Für Stahl: Hartmetall oder CBN verwenden.
Lohnt sich PKD bei Aluminium?
Ja, trotz höherer Werkzeugkosten (3–5×). Die Standzeit ist 10–50× länger, vc bis 3000+ m/min möglich, und die Aufbauschneidenbildung wird eliminiert.

Relevante Werkzeuge

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