R LEXIKON ✓ Geprüft März 2026

Reiben

Feinbearbeitung von Bohrungen auf enge Toleranzen (IT7) und gute Oberflächenqualität.

Definition

Reiben ist ein spanendes Verfahren zur Feinbearbeitung von Bohrungen. Die Reibahle entfernt nur 0,1–0,3 mm Aufmaß und erzeugt Toleranzen von IT7 (H7-Passung) bei Oberflächenrauheiten von Ra 0,4–1,6 µm. Es ist die wirtschaftlichste Methode für passgenaue Bohrungen in der CNC-Fertigung.

Detaillierte Erklärung

Der Reibvorgang: Vorbohren auf Kernloch + Reibzugabe (ca. 0,2 mm auf Ø für Stahl), dann Reiben mit niedrigem Vorschub (0,1–0,3 mm/U) und moderater Schnittgeschwindigkeit (8–15 m/min für VHM-Reibahle in Stahl). Kühlschmierstoff ist Pflicht für Oberflächenqualität und Maßhaltigkeit.

Häufige Fehler: Zu viel Aufmaß (> 0,3 mm) → Reibahle wird überlastet, Oberfläche wird rau. Zu wenig Aufmaß (< 0,1 mm) → Reibahle reibt nur ohne zu schneiden. Kein KSS → Aufbauschneiden, Oberfläche wird schlecht, Bohrung wird zu groß.

Arten & Varianten

Maschinenreibahle

VHM oder HSS, für CNC-Maschinen. Zylindrischer Schaft, 6 Schneiden.

Verstellbare Reibahle

Durchmesser um ±0,1 mm verstellbar. Für Einzelfertigung und Verschleißkorrektur.

Stufenreibahle

Bohren und Reiben in einem Arbeitsgang. Für Serienproduktion.

Formel

Reibzugabe ≈ 0,2 mm auf Ø (Stahl), 0,3 mm (Alu), 0,1 mm (Guss)

Normen & Standards

§
DIN 8589-2

Fertigungsverfahren Spanen — Bohren, Senken, Reiben.

§
DIN ISO 286

Toleranzsystem — definiert H7 als Standard-Reibpassung.

Häufige Fragen

Welche Toleranz erreicht man beim Reiben?
IT7 (H7) ist Standard-Reibqualität. Mit VHM-Reibahlen und optimalen Bedingungen ist IT6 erreichbar. Für IT5 oder besser: Honen oder Innenschleifen.

Relevante Werkzeuge

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