RATGEBER

CNC Stundensatz berechnen

Der Maschinenstundensatz ist die Grundlage jeder CNC-Kalkulation. Er verbindet Jahreskosten, produktive Maschinenstunden, Rüstzeit und Gemeinkosten zu einem belastbaren Satz für Fräsen, Drehen und Angebotskalkulation.

CNC Kosten-Rechner öffnen Bearbeitungszeit berechnen
FORMEL

Maschinenstundensatz berechnen

Jahreskosten durch produktive Maschinenstunden teilen. Danach Rüstzeit, Losgröße und Werkzeugkosten separat prüfen.

CNC-FRÄSEN

Stundensatz CNC Fräsen

Bei Fräsmaschinen zählen Spindellaufzeit, Werkzeugwechsel, CAM-Anteil, Spannmittel und Messaufwand zur realen Kalkulation.

ANGEBOT

Stückkosten ableiten

Der Stundensatz wird erst mit Bearbeitungszeit, Rüstzeit und Losgröße zu einer brauchbaren Stückkostenrechnung.

Die Grundformel

Maschinenstundensatz = maschinenbezogene Jahreskosten / produktive Maschinenstunden

Die Formel ist einfach, aber der Nenner entscheidet über die Qualität. Produktive Maschinenstunden sind nicht die theoretische Jahreskapazität, sondern die real nutzbaren Stunden nach Wartung, Rüsten, Bedienerbindung, Wartezeiten und organisatorischem Stillstand.

Kostenbestandteile erfassen

Abschreibung oder Leasing

Maschineninvestition, Finanzierung, Restwert und Nutzungsdauer.

Wartung und Service

Geplante Wartung, Ersatzteile, Kalibrierung und ungeplante Ausfälle.

Energie und Medien

Strom, Druckluft, Kühlschmierstoff, Absaugung und Nebenaggregate.

Raum und Infrastruktur

Hallenfläche, Fundament, Klima, Reinigung, Versicherung und IT.

Bedienung und Gemeinkosten

Je nach Kalkulationsmodell separat ausweisen oder anteilig einrechnen.

Software und CAM

CAM-Systeme, Postprozessoren, Werkzeugdaten und Programmieraufwand.

Von Stundenkosten zu Stückkosten

Der Maschinenstundensatz allein beantwortet noch nicht, was ein Teil kostet. Für ein Angebot brauchen Sie Bearbeitungszeit pro Stück, Rüstzeit für die Serie, Materialkosten, Werkzeugkosten und Losgröße.

Maschinenkosten/Teil = Bearbeitungszeit × Stundensatz / 60
Rüstkosten/Teil = Rüstzeit × Stundensatz / 60 / Losgröße
Stückkosten = Maschinenkosten + Rüstkostenanteil + Material + Werkzeug

Genau diese Verbindung übernimmt der CNC Kosten-Rechner. Wenn die Bearbeitungszeit noch fehlt, berechnen Sie sie zuerst im Bearbeitungszeit-Rechner.

Typische Fehler bei der Stundensatz-Kalkulation

  • Nennstunden statt produktiver Stunden: Wartung, Rüsten, Stillstand und organisatorische Wartezeit werden unterschätzt.
  • Rüstzeit doppelt oder gar nicht gerechnet: Rüstzeit gehört entweder in den Stückkostenblock oder in eine eigene Angebotsposition.
  • Werkzeugkosten pauschal behandelt: Bei verschleißintensiven Werkstoffen sollten Werkzeugkosten über Standzeit und Bearbeitungszeit geprüft werden.
  • Losgröße ignoriert: Kleine Serien tragen hohe Rüstanteile. Große Serien reagieren stärker auf Schnittdaten, Standzeit und Nebenzeiten.

Stundensatz direkt anwenden

Tragen Sie den berechneten Maschinenstundensatz in den Kosten-Rechner ein und prüfen Sie Bearbeitungszeit, Rüstkosten, Material und Werkzeug gemeinsam.

Zum Kosten-Rechner

Häufig gestellte Fragen

Wie berechnet man den CNC Maschinenstundensatz?
Der CNC Maschinenstundensatz ergibt sich aus allen maschinenbezogenen Jahreskosten geteilt durch die real nutzbaren produktiven Maschinenstunden. Wichtig ist, nicht mit theoretischen Kalenderstunden zu rechnen, sondern mit belegbaren Laufzeiten nach Schichtmodell, Wartung, Rüsten und Stillstand.
Welche Kosten gehören in den Maschinenstundensatz?
Typische Bestandteile sind Abschreibung oder Leasing, Finanzierung, Wartung, Energie, Druckluft, Kühlschmierstoff, Raumkosten, Versicherung, Service, Softwareanteile und je nach Kalkulationsmodell anteilige Bedien- und Gemeinkosten.
Warum ist der Stundensatz für CNC-Fräsen oft falsch angesetzt?
Häufig werden Nennstunden statt produktiver Stunden verwendet. Dadurch wirkt der Stundensatz zu niedrig. Rüstzeit, Werkzeugwechsel, Messzeit und ungeplante Stillstände müssen entweder im Stundensatz oder separat in der Angebotskalkulation berücksichtigt werden.
Wie nutze ich den Stundensatz im CNC Kosten-Rechner?
Tragen Sie den berechneten Maschinenstundensatz in den CNC Kosten-Rechner ein und kombinieren Sie ihn mit Bearbeitungszeit, Rüstzeit, Losgröße, Materialkosten und Werkzeugkosten. So entsteht eine nachvollziehbare Stückkostenkalkulation.

Anleitung

1

Jahreskosten sammeln

Erfassen Sie Abschreibung, Leasing, Wartung, Energie, Raum, Software, Service und maschinenbezogene Gemeinkosten.

2

Produktive Stunden bestimmen

Ziehen Sie Wartung, Rüstzeit, Stillstand und nicht produktive Zeiten von der theoretischen Kapazität ab.

3

Stundensatz berechnen

Teilen Sie die maschinenbezogenen Jahreskosten durch die produktiven Maschinenstunden.

4

Stückkosten prüfen

Nutzen Sie den Stundensatz zusammen mit Bearbeitungszeit, Rüstzeit, Losgröße, Material und Werkzeugkosten im CNC Kosten-Rechner.