RECHNER BOHREN

Bohrtiefe-Rechner: l/d-Verhältnis & Zyklusempfehlung

Berechnen Sie das l/d-Verhältnis, die empfohlene maximale Bohrtiefe für Ihren Werkzeugtyp und erhalten Sie automatische Zyklus- und Schnittdaten-Empfehlungen.

Was bohren Sie?

Wählen Sie ein Szenario für optimale Startparameter — oder geben Sie direkt eigene Werte ein.

Eingabeparameter

mm
mm
m/min
mm/U

Berechnete Ergebnisse

l/d-VERHÄLTNIS

MAX. BOHRTIEFE (WERKZEUG)

mm

STATUS

KORRIGIERTE vc

m/min

DREHZAHL (n)

U/min

VORSCHUBGESCHWINDIGKEIT (vf)

mm/min

BOHRZEIT (th)

min

ZYKLUSEMPFEHLUNG

ANLAUFWEG (BOHRERSPITZE)

mm

Werkzeugtypen — Maximale Bohrtiefe

Werkzeugtyp Max. l/d Ø-Bereich Kühlung Zyklus
Standard-Spiralbohrer 5×d 1–50 mm Extern G83 ab 3×d
IK-Bohrer (Innenkühlung) 8×d 3–40 mm Intern ≥40 bar G73 oder G81
VHM-Mikrobohrer 30×d 0,1–3 mm MMS / extern G83, 0,5–1×d Zustellung
Einlippenbohrer 100×d 1–40 mm Intern ≥70 bar Kein Entspanen nötig
BTA-/STS-Bohrer 250×d 18–300 mm Bohrstange ≥40 bar Kontinuierlicher Vorschub

Werte gelten für Standard-Stähle (ISO P). Für Edelstahl (ISO M) und Titan (ISO S) max. l/d um 30–50 % reduzieren.

Bohrtiefe-Formeln

l/d = Bohrtiefe / Bohrdurchmesser [dimensionslos]
lmax = ktyp × d [mm — k abhängig vom Werkzeugtyp]
la = d / (2 × tan(σ/2)) [mm — Anlaufweg Bohrerspitze]
vckorr = vc × (1 − 0,04 × max(0, l/d − 3)) [m/min — ab l/d > 3]
n = (vckorr × 1000) / (π × d) [U/min]
th = (l + la) / (n × f) [min]

Praxistipps für tiefe Bohrungen

  • Pilotbohrung: Ab l/d > 5 eine Führungsbohrung (1,5×d tief) mit kurzem, steifen Bohrer vorbohren.
  • G83 vs. G73: Langspanende Werkstoffe (Stahl, Edelstahl) → G83 (vollständiger Rückzug). Kurzspanende (Guss, Messing) → G73 (Chipbreaker).
  • Zustelltiefe: Pro Hub maximal 1×d zusteilen (bei G83). Bei empfindlichen Bohrern oder kleinen Durchmessern nur 0,5×d.
  • Innenkühlung: Ab l/d > 5 innere Kühlmittelzufuhr verwenden (≥40 bar). Externe Kühlung erreicht die Schneide bei tiefen Bohrungen nicht mehr.
  • Verweilzeit: Am Bohrungsgrund 1–2 Umdrehungen verweilen (Dwell G04) für sauberen Bohrungsgrund.
  • Quellen: DIN 8589-2 (Bohren), DIN 1412 (Bohrerspitzenformen), Hersteller-Kataloge (Gühring, Kennametal, Sandvik).

Anleitung

1

Bohrdurchmesser und -tiefe eingeben

Geben Sie den Bohrdurchmesser (d) und die geplante Bohrtiefe (l) ein. Der Rechner ermittelt automatisch das l/d-Verhältnis.

2

Werkzeugtyp wählen

Wählen Sie den Werkzeugtyp — Standard-Spiralbohrer, IK-Bohrer, Einlippenbohrer oder BTA. Der Rechner zeigt, ob Ihre Bohrtiefe im zulässigen Bereich liegt.

3

Zyklusempfehlung umsetzen

Übernehmen Sie die Zyklusempfehlung (G81/G73/G83) und die korrigierte Schnittgeschwindigkeit in Ihr CNC-Programm.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem l/d-Verhältnis spricht man von einer Tiefbohrung?
Ab l/d > 3 empfiehlt sich ein Tieflochbohrzyklus (G83/G73) mit periodischem Entspanen. Ab l/d > 5 ist es eine echte Tiefbohrung — Schnittgeschwindigkeit um 20 % reduzieren und Innenkühlung verwenden. Ab l/d > 10 sind Sonderwerkzeuge (Einlippenbohrer, BTA) erforderlich.
Wie berechne ich die maximale Bohrtiefe?
Die maximale Bohrtiefe hängt vom Werkzeugtyp ab: Standard-Spiralbohrer bis ca. 5×d, Bohrer mit Innenkühlung bis 8×d, VHM-Mikrobohrer bis 30×d, Einlippenbohrer bis 100×d und BTA-Bohrer bis 250×d. Der Rechner zeigt die empfohlene maximale Tiefe basierend auf Ihrem Werkzeugtyp.
Warum muss die Schnittgeschwindigkeit bei tiefen Bohrungen reduziert werden?
Bei tiefen Bohrungen verschlechtert sich die Spanabfuhr und die Kühlmittelzufuhr zur Schneide. Außerdem steigt die Reibung der Führungsfasen an der Bohrungswand. Die vc-Reduktion von ca. 15–25 % kompensiert diese Effekte und verhindert Bohrerverschleiß und Bohrerbruch.
Wann brauche ich einen Pilotbohrung?
Eine Pilotbohrung (Führungsbohrung) ist empfohlen ab l/d > 5 und bei Bohrern ohne Führungsfase. Die Pilotbohrung hat typisch 1,5× den Bohrdurchmesser Tiefe und sorgt für exakten Anlauf des Tiefbohrers. Bei VHM-Bohrern mit 140° Spitzenwinkel und Innenkühlung kann oft ohne Pilotbohrung gebohrt werden.
Was ist der Unterschied zwischen G83 und G73?
G83 (Tieflochbohrzyklus) zieht den Bohrer komplett aus der Bohrung zurück nach jeder Zustellung — maximale Spanabfuhr, aber langsamer. G73 (Spanbrecher-Zyklus, Chipbreaker) zieht nur 1–3 mm zurück — schneller, bricht den Span ohne vollständigen Rückzug. G73 eignet sich für kurzspanende Werkstoffe (Guss, Messing), G83 für langspanende (Stahl, Edelstahl).