Schnittdaten-Rechner für Drehen
Spindeldrehzahl, Vorschub und Leistung für Dreh- und Ausdrehbearbeitungen. Formeln nach DIN 6580/6584 mit Kienzle-Korrektur.
Was drehen Sie?
Wählen Sie ein Szenario für optimale Startparameter — oder geben Sie direkt eigene Werte ein.
Eingabeparameter
Berechnete Ergebnisse
— U/min
— mm/min
— cm³/min
— kW
— N
— Nm
Nächster Schritt
Welle aus 42CrMo4 — Schruppen + Schlichten komplett
Aufgabe: Welle Ø60 auf Ø50 drehen, Länge 200 mm, Material 42CrMo4 vergütet. CNC-Drehmaschine mit 11 kW Spindel.
- ap = 5 mm (Ø60→Ø50 = 2 Schnitte)
- vc = 180 m/min → n = 955 U/min
- f = 0,25 mm/U → vf = 239 mm/min
- Pc = 5,8 kW — passt für 11 kW Maschine
- ap = 0,5 mm (Aufmaß)
- vc = 220 m/min → n = 1.401 U/min
- f = 0,08 mm/U → vf = 112 mm/min
- Ra ≈ 0,8 µm (bei rε = 0,8 mm)
Ergebnis: Schruppen 2 Schnitte à 0,84 min = 1,68 min. Schlichten 1 Schnitt à 1,79 min. Gesamtzeit ≈ 3,5 min/Teil (inkl. Eilgang).
Drehformeln (nach DIN 6580/6584)
vf = n × f [mm/min]
Q = vc × ap × f [cm³/min]
kc = kc1.1 × h(1−mc) [N/mm² — Kienzle, h ≈ f × sin(κ)]
Fc = kc × ap × f [N]
Pc = (Fc × vc) / (60 × 1000 × η) [kW]
M = (Fc × D) / (2 × 1000) [Nm]
Richtwerte Drehen (HM-Wendeschneidplatte)
| Werkstoff | ISO | vc [m/min] | f [mm/U] | kc1.1 [N/mm²] | mc |
|---|---|---|---|---|---|
| S235 (Baustahl) | P | 200–350 | 0.15–0.40 | 1780 | 0,26 |
| C45 (Vergütungsstahl) | P | 150–280 | 0.10–0.35 | 2220 | 0,26 |
| 1.4301 (V2A) | M | 100–200 | 0.08–0.25 | 2450 | 0,25 |
| GJL-250 (Grauguss) | K | 150–300 | 0.10–0.40 | 1100 | 0,28 |
| AlMg3 (Aluminium) | N | 400–1000 | 0.10–0.40 | 700 | 0,23 |
| Ti6Al4V (Titan) | S | 40–80 | 0.05–0.20 | 1680 | 0,25 |
Richtwerte für beschichtete HM-Wendeschneidplatten (P10–P25). Schruppen: f nahe Maximum, ap = 2–5 mm. Schlichten: f = 0,05–0,15 mm/U, ap = 0,2–1,0 mm.
Tipp: Hinweise
- Kienzle-Formel: kc = kc1.1 × h(1−mc). Beim Drehen ist h = f × sin(κ). Für κ = 90° (Längsdrehen) gilt h ≈ f.
- Beim Drehen wirkt die Schnittkraft tangential am Werkstückumfang. Das Drehmoment M = Fc × D/2 bestimmt die Spindelbelastung.
- Das Zeitspanvolumen Q beim Drehen berechnet sich direkt aus Q = vc × ap × f (vereinfacht, Durchmesseränderung vernachlässigt).
- Bei Innenbearbeitung (Ausdrehen) muss die Werkzeugsteifigkeit beachtet werden — Auskraglänge max. 4× Schaftdurchmesser.
- Quellen: DIN 6580/6584, ISO 513 (Schneidstoffklassifizierung P/M/K/N/S/H), Tabellenbuch Metall (Europa-Verlag), Sandvik Coromant Handbuch.
- Ausführliche Grundlagen zu Verfahren, Werkzeugen und typischen Fehlern finden Sie in unserem CNC-Drehen Ratgeber.
Häufig gestellte Fragen
Wie berechnet man die Drehzahl beim CNC-Drehen?
n = (vc x 1000) / (Pi x D). Wichtig: Beim Drehen ändert sich der wirksame Durchmesser beim Plandrehen — daher ggf. mit konstanter Schnittgeschwindigkeit (G96) arbeiten.Was ist der Unterschied zwischen G96 und G97?
Welchen Vorschub beim CNC-Drehen wählen?
- Schruppen Stahl: f = 0,2–0,4 mm/U
- Schlichten Stahl: f = 0,05–0,15 mm/U
- Aluminium: f = 0,15–0,3 mm/U
Wie vermeidet man Rattern beim Drehen?
- Auskragung zu lang: L/D-Verhältnis > 4 ohne Lünette
- Schnitttiefe zu groß: Besonders bei dünnen Wellen
- Eckenradius zu groß: Erhöht passive Kraft
Ist der Schnittdaten-Rechner für Drehen kostenlos?
Anleitung
Werkstoff und Werkzeug wählen
Wählen Sie den zu bearbeitenden Werkstoff aus der ISO-Werkstoffdatenbank und geben Sie den Werkstückdurchmesser sowie den Einstellwinkel ein.
Schnittparameter eingeben
Geben Sie Schnittgeschwindigkeit (vc), Vorschub (f) und Schnitttiefe (ap) ein. Nutzen Sie die Richtwerte-Tabelle für optimale Startparameter.
Ergebnisse ablesen und anwenden
Der Rechner berechnet Drehzahl (n), Vorschubgeschwindigkeit (vf), Schnittleistung (Pc) und Zeitspanvolumen (Q). Übernehmen Sie die Werte in Ihre CNC-Steuerung.