Definition
Innenkühlung (IKZ, Innere Kühlschmierstoff-Zuführung) leitet das Kühlmittel durch Kanäle im Werkzeuginneren direkt an die Schneidzone. Dies ist besonders bei Tieflochbohrungen (l/d > 5), Gewindebohren und schwer zerspanbaren Werkstoffen entscheidend, wo externe Kühlung die Schneide nicht mehr erreicht.
Detaillierte Erklärung
Technische Voraussetzungen: Spindel mit Kühlmittel-Drehdurchführung, Werkzeugaufnahme mit IKZ-Bohrung (bei HSK standardmäßig vorhanden), und kompatible Werkzeuge mit internen Kühlkanälen. Der Kühlmitteldruck liegt typisch bei 20–70 bar (Standard), bis 150 bar (Hochdruck) und bis 350 bar (Ultra-Hochdruck für Titan und Inconel).
Hochdruck-Innenkühlung (> 70 bar) bricht den Span kontrolliert und verbessert die Spanabfuhr dramatisch — besonders bei Edelstahl und Titan. Der Kühlmittelstrahl wirkt als hydraulischer Spanbrecher und ist deutlich effektiver als mechanische Spanformer.
Arten & Varianten
Standard-IKZ (20–40 bar)
Ausreichend für Bohren und allgemeine Bearbeitung von Stahl und Gusseisen.
Hochdruck-IKZ (70–150 bar)
Für Edelstahl und schwer zerspanbare Werkstoffe. Kontrollierter Spanbruch.
Ultra-Hochdruck (> 150 bar)
Für Titan und Superlegierungen. Hydraulischer Spanbrecher-Effekt.
Normen & Standards
HSK-Werkzeugaufnahme — enthält standardmäßig IKZ-Durchführung.