T LEXIKON ✓ Geprüft März 2026

Tiefbohren

Bohren mit großem Länge-zu-Durchmesser-Verhältnis (l/d > 5) mit Sonderwerkzeugen.

Definition

Tiefbohren bezeichnet Bohrprozesse mit einem l/d-Verhältnis > 5. Die besonderen Herausforderungen sind Spanabfuhr, Kühlmittelzuführung, Bohrungsgradheit und Werkzeugführung. Spezielle Werkzeuge (Einlippenbohrer, BTA-Bohrer, Ejektorbohrer) und angepasste Strategien sind erforderlich.

Detaillierte Erklärung

Einlippenbohrer (l/d bis 100): Ein einziger Schneidkeil mit Führungsleisten. Das Kühlmittel wird durch den Schaft zur Schneide geführt und spült die Späne durch eine V-Nut zurück. Vorteil: sehr gute Bohrungs-Geradheit und Oberfläche (Ra < 1,6 µm). Nachteil: geringe Produktivität.

BTA-Bohrer (l/d bis 250): Für große Durchmesser (18–300 mm). Das Kühlmittel wird zwischen Bohrstange und Bohrungswand zugeführt, die Späne werden durch das hohle Innere des Bohrrohrs abgeführt. Gegenüber Einlippenbohrern deutlich produktiver.

Arten & Varianten

Spiralbohrer mit G83

Standard-Spiralbohrer mit Tieflochbohrzyklus. Für l/d 3–5.

Einlippenbohrer

Spezialist für tiefe Bohrungen l/d bis 100. Excellente Qualität.

BTA-Bohrer

Für l/d bis 250 und Ø 18–300 mm. Höchste Produktivität.

Ejektorbohrer

Wie BTA, aber mit Doppelrohrsystem. Für Maschinen ohne Innenkühlung.

Formel

l/d = Bohrtiefe / Bohrdurchmesser

Normen & Standards

§
DIN 8589-2

Fertigungsverfahren Spanen — Bohren, Senken, Reiben.

Häufige Fragen

Ab wann brauche ich Spezialwerkzeuge zum Tiefbohren?
Standard-Spiralbohrer bis l/d 5 (mit G83-Zyklus). Ab l/d 5: IK-Bohrer mit Innenkühlung. Ab l/d 10: Einlippenbohrer. Ab l/d 20 und Ø > 18 mm: BTA-Bohrer.

Relevante Werkzeuge

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